Monatsbrief Oktober 2025
Was nicht angenommen ist,
kann nicht geheilt werden.
- Gregor von Nazianz (329 – 390)
Entscheidend im spirituellen Weg ist,
sich selbst anzunehmen.
Dies ereignet sich zaghaft,
bruchstückhaft und doch immer mehr
auf Basis des grundsätzlichen Geliebt–Seins….
Umgekehrt kann alles, was angenommen ist, auch geheilt werden.
- Monika Renz
Liebe Kontemplation– und Mystik–Interessierte!
Liebe Weggefährtinnen und Weggefährten!
Weite Strecken des spirituellen Weges bedürfen der Entwicklung grundsätzlicher Freundlichkeit
und der Anerkenntnis dessen, was ist.
Das ist die Grundübung beim Sitzen in der Stille, dem kontemplativen Gebet:
Nimm Platz, lass Dich nieder, richte Dich auf, sei und bleibe da, feiere das Leben.
Dies ist die Essenz der Kontemplation.
Sei und bleibe da: Wir sitzen mit dem, was ist. Sei es Unruhe, Turbulenz, Angst, Traurigkeit,
Verzweiflung, Ohnmacht, Freude, Glück, Frieden, Stille, Glückseligkeit –
sei und bleibe da: Nimm Dich, wie Du gerade da bist, genau so, mit tadelloser Ehrlichkeit,
ohne etwas anders, besser oder richtiger haben zu wollen. Nimm an, was in diesem Moment da ist
und wie sich das Leben und die Lebendigkeit in diesem Augenblick zeigen.
Dann kann es sich wandeln. Und viele von uns haben die Erfahrung gemacht,
dass im Moment der Akzeptanz ein Schalter umgelegt wird und etwas schier Unaushaltbares sich wandelt.
Ein Schmerz, der sich auflöst, eine Gefühlsqualität, die sich wandelt.
Ganz oft sind in dem Moment, in dem ich beim Sitzen weiter gehe (im Sinne von sitzen bleiben) – also gut,
leicht, bequem sitzen kann, wo ich drüber gehe, also in der Übung da bleibe – Tiefungen eingeladen
und ein Tor öffnet sich. Ohne Annahme keine Heilung, Transformation und Wandlung.
Und nein, dies ist kein Plädoyer für Selbstverletzung. Es geht nicht um egal wie, Hauptsache drüber, nein.
Da gibt es eine feine Grenze, wo ich mich entscheide, etwas Schmerzlichem (Gefühl oder
Körperempfindung) auszuweichen, mich zu entziehen und damit zu flüchten und einer entschiedenen
Disziplin für die Übung, in der ich freundlich, meine Grenzen achtend bleibe,
obwohl es über eine Grenze geht.
„Wir kämpfen gegen nichts in der Übung!“ hat Willigis immer wieder betont und gleich–
zeitig entziehen wir uns nicht.
Und so ist es ein sehr langer Weg, mich nicht für innere Zustände beim Sitzen zu tadeln:
„Jetzt reiß Dich mal zusammen und konzentrier Dich! Das ist ja so unruhig als hättest Du noch nie gesessen.
Das geht besser, gesammelter als Du gerade sitzt“ – sind nicht seltene innere Stimmen, die bewerten,
abwerten, urteilen, hinrichten. Demgegenüber: „Genau
so, wie ich jetzt sitze, mit der Unruhe, den schweifenden Gedanken, zerstreut, unzufrieden“.
Und in all dem ein großes JA hören und dann auch sagen können: „Ja, genau so bin ich im Augenblick da“.
Es geht darum, die Maßstäbe und Messlatten, wie es zu sein hätte und was es zu erreichen gälte,
zu erkennen als das, was sie sind: Verführungen und Versuchungen, mit denen ich Krieg gegen mich selbst führe.
Mir hat ein Gedanke von Richard Baker Roshi sehr geholfen:
Unsere Praxis führt uns nirgendwo anders hin als – wenn es gut geht – in den gegenwärtigen Augenblick
und sie ist jederzeit vollkommen ausreichend. Übrigens unabhängig von meinem Empfinden und Bewerten.
In diesem Sinne lasst uns freundlich, selbstfürsorglich und entschieden praktizieren.
Hier nun zu Angeboten gemeinsamer Praxis und Infos der Weggemeinschaft:
Abend der Stille und Kontemplation – donnerstags 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr,
bis 18. Dezember, außer dem 04. Dezember
Achtung: Plattformwechsel voraussichtlich im Laufe 10.2025
Unser Anbieter connect4video ist pleite und stellt den Dienst ein, wann, ist noch nicht ganz klar.
Wir wechseln dann zu vistameet.
Zugang bis dahin wie gewohnt: Website rechte Spalte unter den aktuellen Terminen, Zugangslink anfordern.
Dort ist jetzt noch der Zoom–Zugang, sobald erforderlich dann per vistameet.
Wochenimpuls – donnerstags nach dem Abend der Stille ab ca. 22.30 Uhr auf dem YouTube–Kanal der Weggemeinschaft.
Gern unterstützen durch Weiterleitung an potenziell Interessierte, Daumen hoch oder Abo. Danke!
Letzter Kontemplationstag der Weggemeinschaft im Meditationszentrum Heilig Kreuz am 11. Oktober, 10.00 bis 18.00 Uhr
Das Meditationszentrum schließt Ende des Jahres nach jetzigem Stand. Wir sind auf der Suche nach einer neuen Bleibe,
da gibt es aber noch keine feste Zusage und Entscheidung. Schade, sehr schade!!!
Falls Du einen guten Ort für uns weißt, lass es uns bitte dringend wissen!
Es wird im November noch einen gemeinsamen ökumenischen Kontemplationstag geben,
aber gruppeneigen ist der Oktober unser letzter.
Anmeldung wie immer bis Mittwoch, 08.10., 12.00 Uhr auf unserer Website.
Dringend werbe ich noch für den Kurs vom 19. bis 22. Oktober am Benediktushof:
Kontemplation und heilsame Klänge, mantrisches Singen.
Da könnte es noch einige Kurzentschlossene brauchen.
Jahresvortrag der Weggemeinschaft am Reformationstag, 31. Oktober, 20.00 Uhr, Meditationszentrum Heilig Kreuz:
Geheimnis der Communio – Lob der communio – Weggemeinschaft leben und verkörpern.
Anmeldeschluss für die Kreta–Reise – 27. April bis 06. Mai 2026 – bitte bis zum 31. Oktober bei mir anmelden.
Kontemplation und Ikonenschreiben auf Kreta in der Orthodoxen Akademie von Kreta, Kolymbari.
Flyer auf der Website, weitere Infos direkt bei mir.
Siebenjährige Kontemplationsgruppe, 02. bis 05. November am Benediktushof – geschlossene Gruppe
Mystagogische Pastoral vom 09. bis 14. November am Benediktushof:
Anders von Gott reden – die Rede von Gott in Kontemplation und Mystik.
Mit dieser Woche endet dieses Angebot am Benediktushof. Herzliche Einladung letztmals dafür.
Woche der Weggemeinschaft vom 21. bis 26. Juni 2026 am Benediktushof.
Das ist ein Gastkurs, deshalb Anmeldung bitte direkt bei mir.
Aus der Weggemeinschaft – Spendenaufruf Praxisbuch
Unser Antrag zur Vereinsgründung liegt weiterhin beim Amtsgericht Wiesbaden.
Wir haben die nachgeforderten Änderungen eingereicht und sind gespannt,
wann wir vom Status „Vorverein“ in den e.V. wechseln.
Beitritt ist gleichwohl über das Anmeldeformular auf der Website schon möglich und auch erwünscht.
Und das Leben geht weiter. Unsere Rezitationshefte sind ausverkauft. Deshalb ist eine erweiterte Neuauflage in Arbeit.
Aus der Rezitationssammlung wird ein Praxisbuch mit Rezitationstexten, Gesängen, Übungsanleitungen,
Wochenimpulsen. Die Vorlage liegt bei Jürgen zur Fertigstellung, dann geht es in den Druck.
Allein uns fehlt das Geld! So kam auf meinen Vorschlag hin der Beschluss zu einem Spendenauftrag zustande.
Alle, die nach dem Kostenbeitrag für die Donnerstage fragen oder bei mir Begleitgespräche haben
und fragen, wie sie es ausgleichen können: Hier ist die Gelegenheit.
Zudem haben wir als Vorstand beschlossen, in diesem Jahr auf den Mitgliedsbeitrag zu verzichten
und erst 2026 damit zu beginnen. Alle, denen die Weggemeinschaft bedeutsam ist:
Hier ist die Möglichkeit beizutragen und zu unterstützen.
Wir benötigen voraussichtlich ca. 10.000 € für den Druck (da wir einen lokalen kleinen Anbieter unterstützen
und nicht zu einer digitalen Großdruckerei wollen) und würden gern die Hälfte bis drei Viertel auf diesem Wege aufbringen.
Diese Spende ist von der Steuer absetzbar. Da wir noch kein Vereinskonto haben, bleibt es bei dem alten Konto:
Zentrum Verkündigung der EKHN, Evangelische Bank
IBAN: DE10 5206 0410 0004 1131 10
Verwendungszweck: Abrechnungsobjekt 0192501 Praxisbuch der Weggemeinschaft.
Schon hier: herzlichen Dank für alle Beiträge
Nun hoffe ich, Du kommst gut im Herbst und dem Dunklerwerden an und freue mich auf Wiedersehen, Unterstützung und gemeinsame Praxis.
Sven
