Monatsbrief April 2026
Finde und würdige das Unversehrte
und bringe das Versehrte in Sicherheit
- Verena König
Lieb Mystik- und Kontemplation-Interessierte!
Liebe Weggefährtinnen und Weggefährten!
Zurückgekehrt aus meinem langen Winterretreat sitze ich nach der Osternachtfeier am Benediktushof
und dem Osterfrühstück an meinem sonnigen Schreibtisch, um mich an den fälligen Monatsbrief zu machen.
Nach dem gestrigen Übungstag mit meiner Peergroup der Traumafortbildung in Coburg
drängt sich mir ein Satz unserer Ausbilderin Verena König auf, der in diesem Jahr für mich für Ostern steht:
Suche und finde das Unversehrte – also das, was wir in diesem Fest feiern.
Denn Ihr wisst ja, nie geht es bei den Feierlichkeiten des Kirchenjahres um historische Erinnerung,
Museales – nein, es geht um uns. Wir sollen, können und dürfen uns in unser wahres Wesen hineinfeiern,
vergegenwärtigen, was uns gilt. Die Wirklichkeit vor Himmel und Erde, aus der heraus der Liebhaber
des Lebens aus Nazareth sagen konnte: „Ehe Abrahm war [Anm.: der 1200 Jahre vor ihm gelebt hat], wurde ich.“ (Joh. 8,58).
Ausdruck der Anteilhabe der Wirklichkeit vor Himmel und Erde, des Wesens,
welches weder Geboren-werden noch Sterben kennt. So feiern wir Ostern als den Hinweis darauf,
dass die raumzeitliche Wirklichkeit nicht die einzige und letzte ist, sondern dass die Liebe stark,
ja stärker als der Tod ist und wir alle letztlich nur das eine große Leben, das Leben Gottes leben als dessen eingegrenzte Manifestationen.
Suche und ehre das Unversehrte, das, was Du zutiefst auch bist, jenseits Deiner raumzeitlichen Prägungen,
Konditionierungen, Traumafolgestörungen und lebensgeschichtlich erworbenen Verletzungen.
Ostern lehrt: So wirkmächtig sie auch sein mögen – sie haben nicht das letzte Wort und keine absolute Wirkmächtigkeit,
das Heraustreten aus dem Bannkreis und Heilung sind möglich, für uns als Einzelne,
für uns als Menschheit und für unsere Erde.
Wo es gelingt, das Unversehrte in uns aufzuspüren und zu berühren, wird es möglich,
das so vielfältig Versehrte in Sicherheit zu bringen. Zuvorderst, weil damit unser Containment wächst
und wir darin mehr zu halten und zu integrieren vermögen. Gleichzeitig eröffnet uns dieser Kontakt
mit dem Heilen, Unversehrten in uns und anderen, Kontakt und Verbundenheit trotz unserer versehrten Anteile
auf einer tiefen heilsamen Ebene des Zulassens und der Anerkenntnis dessen, was ist.
Das vermag auch traumatische Erfahrungen zu heilen. Damit wird das Versehrte, Schmerzliche,
scheinbar Totalitäre und Allmächtige entmachtet, Ganzheit und Integration werden eingeladen.
Unsere kontemplative Praxis hilft uns, das Unversehrte, unser wahres Wesen zu finden und zu würdigen
und damit das Versehrte in Sicherheit zu bringen, damit es sich beruhigen, klären und heilen kann.
Und auch dies endet wieder beim Da-Sein, einfach da sein, einfach da sein dürfen, mit allem, was da ist,
Du mitbringst, sich zeigt und zu Dir gehört, da sein, einfach da sein ist der Weg der Vergegenwärtigung,
der Anwesenheit, kurz der Präsenz, der in die Befreiung zu führen vermag.
Neues aus der Weggemeinschaft:
Auftakt am neuen Ort vom 27. bis 29. März im spirituellen Zentrum Taunusblick in St Elisabeth, Bad Homburg Ober Eschbach.
Freitag traf sich die Schulungsgruppe als der Lehrkörper der Weggemeinschaft (formal ernannte Lehrerinnen, Assistentinnen und Christa Täumer),
am Samstag fand der erste Kontemplationstag dort statt und am Sonntag der erste Gottesdienst aus der Stille.
Insgesamt war die Rückmeldung sehr positiv. Natürlich noch fremd und ungewohnt und doch in tiefer Stille sitzend,
war es ein verheißungsvoller Auftakt in dieses Probe- und Schnupperjahr, in dem wir sowohl die Samstage
als auch die Gottesdienste an unterschiedlichen Orten haben werden, gleichwohl prüfend,
ob St. Elisabeth dauerhaft neuer Ort für uns zu sein vermag. Herzliche Einladung, eigene Erfahrungen mit diesem Ort zu machen.
Weiterhin werbe ich für den Beitritt in unseren Verein „Weggemeinschaft Kontemplation und Mystik e.V.“,
der gern noch etwas an Mitgliedern zulegen darf. Wegen der Nachfragen: Das Antragsformular findest Du auf der Website
in der linken Spalte unter den Wochenimpulsen. Herzlich willkommen, wir freuen uns über jede Unterstützung.
Hier nun die nächsten gemeinsamen Praxismöglichkeiten
Kontemplationstag am 11. April, Emmauskirche, Frankfurt Eschersheim, Alt Eschersheim 22
U-Bahn-Station Weißer Stein. Wir werden in der Kirche sitzen (sehr fein) und im Gemeindehaus essen.
Leitung: Ingrid Hanika, Assistenz: Ralf-Peter Baumann, Anmeldung über die Website bis Do, 09.04., 12.00 Uhr.
Probiert doch auch diesen Ort aus!
Abend der Stille und Kontemplation, donnerstags 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr, digital
(Zugang zu Vistameet auf der Website, rechte Spalte unter den aktuellen Terminen).
Drei Runden des Sitzens. Wochenimpuls und Abendritual.
Den Wochenimpuls der Weggemeinschaft, Thema 2026: Willigis Jäger, gibt es nach dem Abend der Stille
auch auf dem YouTube Kanal der Weggemeinschaft und später auf der Website.
Im Moment schreiten wir die Entwicklung von Willigis ab und sind nunmehr beim Ende der sechziger Jahre angelangt.
Sowohl Dazukommen als auch Nachhören sind jederzeit möglich.
23. bis 26. April: Drittes Modul der Siebenjährigen Kontemplations-Gruppekontemplativ und mitfühlend leben
am Benediktushof.
27. April bis 06. Mai: Kontemplation und Ikonenschreiben
in der orthodoxen Akademie auf Kreta mit Konstantina Stefanaki und mir.
Ab dem 12. Mai: sechswöchige Einführung in die Kontemplation, digital, für den Benediktushof.
Herzliche Einladung an alle, die die Kontemplation systematisch kennenlernen wollen
oder einen Wiedereinstieg suchen. Der Vorteil dieses Formates: Es bedarf keiner Reise an einen anderen Ort,
sondern eingeübt wird dort, wo die Übung zukünftig auch stattfinden soll, im Alltag.
Zudem geben diese sechs Wochen Zeit, schrittweise vorzugehen und jeweils Einübungsschritte
und Zeiten zu gewähren, bevor der nächste Impuls kommt. Der Kurs ist also nicht so verdichtet
wie der zweitägige Präsenzkurs.
Ebenso ist er für alle geeignet, die einstmals eine Einführung hatten, deren Praxis sich aber verdunstet hat,
die aber nach einem Wiedereinstieg streben: Anmeldung über die Website des Benediktushofs.
24. Mai, 10.00 Uhr: Pfingstgottesdienst mit Abendmahl, ev. Kirche Hofheim-Lorsbach.
Ich freue mich auf unterstützende Begleitung.
30. Mai: Kontemplationstag, Kontemplation und Presencing
Spirituelles Zentrum Taunusblick, St Elisabeth, Bad Homburg Ober-Eschbach.
20. Juni: Kontemplationstag mit Tag der Weggemeinschaft und Mitgliederversammlung
Spirituelles Zentrum Taunusblick, St Elisabeth, Bad Homburg Ober-Eschbach.
21. bis 26. Juni: Woche der Weggemeinschaft am Benediktushof.
Das ist ein Gastkurs am Hof, deshalb Anmeldung bitte bei mir.
So grüße ich Euch herzlich, wünsche eine gute Osterzeit zum Hineinfinden in unser wahres Wesen
und freue mich auf Wiedersehen und gemeinsame Praxis.
Sven
