Monatsbrief Januar/Februar 2019

Weggemeinschaft Kontemplation und Mystik-

Spiritualität und Lebenskultur aus der Stille

Breckenheimer Str. 13, 65719 Hofheim

 

Tel.: 06192-2006202/03

Mail:  Sven-Joachim.Haack@t-online.de

www.kontemplationundmystik.de

                                                                                             

Hofheim, den 3. Januar 2019

 

Monatsbrief Jahresanfang Januar/Februar

 

Liebe Kontemplation- und Mystik-Interessierte!

Liebe Weggefährten und Weggefährtinnen auf dem kontemplativen Weg!

 

Es gibt eine entstellte Form gegenwärtiger Gewalt…:

Aktivismus und Überarbeitung.

Eile und Druck sind eine Form, vielleicht die                                                                                 

häufigste Form der dem modernen Leben

innewohnenden Gewalt.

Sich selbst zu erlauben, von einer Vielzahl konkurrierender Anliegen mitgerissen zu werden,

sich zu vielen Aufgaben hinzugeben, jedem in allem helfen zu wollen,

bedeutet, der Gewalt zu erliegen.

Mehr als das: Es bedeutet an der Gewalt mitzuwirken.

-          Thomas Merton

 

 

Dieses Zitat begegnete mir im November und ist lange mit mir gegangen. Ich empfinde es als gute Überschrift für den Jahresbeginn. Es fordert zur Klärung und Klarheit auf. Was ist mir wesentlich, worauf kommt es mir an, was ist mir wichtig? Diese Klärung fordert Verantwortung. Sie fordert eine Antwort im Alltäglichen heraus. Ist mir Stille und kontemplative Praxis wichtig und wesentlich braucht es eine Rahmensetzung, die mir dies ermöglicht. Wie verausgabend darf ich alltäglich leben, damit es in den stillen Zeiten noch still und nicht nur getrieben oder müde in mir werden kann? Welche Zeiten der Stille müssen spätestens jetzt in meinem Kalender verankert sein, damit sie Chance auf Verwirklichung haben? Welche der vielen und oft ja auch guten Ideen, stehen dem verführerisch immer wieder im Weg? Deshalb habe ich das Projekt Kontemplation und Ikonenmalen auf Kreta für 2019 abgesagt. Gewalt tun wir uns nicht nur im uns anders haben wollen als wir sind an, nein, gar zu oft auch durch ein zu viel auch an Gutem, das uns außer uns bringt. Bei den meisten von Euch wird vieles bereits festgezurrt sein für dieses neue Jahr. Gerade habe ich die Kurstermine für 2020 bekommen. Und doch ist es nötig in die Verantwortungsübernahme hinein zu wachsen, dass die Entscheidung für einen spirituellen Weg auch die Entscheidung für die Rahmensetzung dafür erfordert. Ihr wisst: Ich brauchte sehr lange, zu dieser Einsicht und sie umzusetzen fällt mir nach wie vor super schwer. Obwohl ich äußerlich durch meine Erkrankungen alle Erlaubnis dafür habe.

Auf jeden Fall weiß ich, dass ich da als Lehrer nicht immer ein leuchtendes Beispiel abgegeben habe und vieles verdunkelt habe. Auch dafür gilt: Wir üben weiter!

Und natürlich weiß ich, dass dies gegenwärtig gegen den Trend geht. Die meisten Institutionen erlebe ich als verausgabt, ausbrennende bis ausgebrannt, überdehnt. Womöglich ist die Kirche ein Paradebeispiel dafür. Immer neue Anstrengungen, Bemühung und Kreativität gegen den Trend, aber in dieser Verausgabung auch immer gefährdet Substanz zu verlieren, flacher zu werden.

Und der Sog, in dem wir da in unseren Lebensfeldern stehen ist mächtig. Das potenziert die Größe der Aufgabe der Verantwortungsübernahme. Und doch entlässt dies uns nicht von der Frage nach der Gestaltung dieses Jahres. Wofür will ich Sorge tragen, wie gelingt es mir durchlässig, berührbar, still werden zu können in meinen stillen Zeiten und nicht wie ein Blatt im Wind von Gedankenstürmen an das zu viel der Projekte und Aufgaben durcheinander gewirbelt zu werden, oder erschöpft mit dem Schlaf auf dem Kissen zu kämpfen.

Krieg beenden-Frieden leben, das Motto von Claude AnShin, aber auch der Jahreslosung:

Suche den Frieden und jage ihm nach, Psalm 34,15 hat damit zu tun. Das neue Jahr gibt uns viel Gelegenheit dies zu erforschen, uns darüber auszutauschen und weiter zu üben. Möge es ein erfülltes, aber nicht überfülltes, stilles, inspirierendes, achtsames, mitfühlendes und liebevolles sein

 

Hier zunächst drei Hinweise über die nächsten Termine hinaus:

  1. Schon bemerkt? Unsere Website hat eine neue Rubrik auf der Startseite: der aktuelle Vortrag. Dort wird zukünftig immer ein Vortrag abrufbar sein. Gegenwärtig ist das meine Weihnachtsansprache aus der Feier des Lebens am Heiligen Abend am Beneditkushof zu „Maria durch ein Dornwald ging“.

Insgesamt ist dies Auftakt zu einer größeren Veränderung. Zukünftig werden viele Vorträge und Ansprachen verfügbar sein, zum Anhören, aber auch Downloaden. Lasst Euch überraschen.

  1. Save the date: 2. November 2019                                                                                                Diesen Kontemplationstag bewerbe ich schon heute ausdrücklich. Er wird zwei Besonderheiten haben: Erstens wird er ökumenisch veranstaltet von unserer Weggemeinschaft und dem Meditationszentrum Heilig-Kreuz. Und zweitens wird er in einer gemeinsamen sakramentalen Mahlfeier enden. Die wir im Blick auf den ökumenischen Kirchentag 2021 in diesem Jahr gemeinsame entwickeln wollen. Ort wird voraussichtlich die Universität Frankfurt sein
  2. Und noch ein Novembertermin: 30. November Tag der Weggemeinschaft in Köppern. Nachdem dieser Termin durch meine Operation dieses Jahr ausgefallen ist empfehle ich ihn in besonderer Weise Eurer Aufmerksamkeit. Wir werden dann am 16. Geburtstag der Weggemeinschaft unseren 15. Nachfeiern. Bitte schon vormerken
  3. Für Absolventen des Dreijährigen und die Schülerinnen und Schüler von Christina und mir steht unser Jahreskurstermin für 2020 nun fest: 23. – 28 Juni 2020 im Exercitienhaus in Hofheim. Flyer kommen in den nächsten beiden Wochen. Die Anmeldung läuft bereits bei mir

Nun aber zu den aktuellen Angeboten gemeinsamer Praxis:

  1. Erster Kontemplationsabend im Zentrum Verkündigung Frankfurt: 9. Januar 19.00-21.00 Uhr Anmeldung bei Christina markito@arcor.de 06192-968887
  2. 15. – 20. Januar: Follow-up zum Dreijährigen in der Akademie Heiligenfeld Bad Kissingen
  3. 31. Januar: Einführung in die stille Meditation Sitzen in Stille 18.30 – 20.00 Uhr salus klinik, Raum der Stille B 1154
  4. Ab 31. Januar wöchentlicher Abend der Stille und Kontemplation 19.30 – 21.30 Uhr in salus Raum der Stille B1154
  5. Erster Kontemplationstag: 2. Februar Maria Lichtmess Benediktushof Holzkirchen in der gewohnten Weise: 10.-13.00 Uhr zusammen mit Kontemplation am Samstag, Mittagessen im Troand, 14.30 – 17.00 Uhr weiteres Sitzen. Bitte bildet Fahrgemeinschaften. Auch bei mir gibt es noch drei Plätze. Bitte frühzeitig über Website anmelden.
  6. Gottesdienst aus der Stille – das Leben feiern am 17. Februar 17.00 Uhr Heilig-Geist- Kirche Dominikanergasse 1  Frankfurt                                                                                                                        Wie Ihr wisst wird dieses Projekt 2019 weitergehen. Mir liegt nach wie vor sehr viel daran, auch dass dies von unserer Weggemeinschaft wesentlich mitgetragen wird. Kommt und feiert mit.
  7. 19.-24. Februar Abschlussmodul des Dreijährigen Kontemplationstrainings am Benediktushof Das nächste Dreijährige beginnt im  Mai. Immer noch ist es möglich einzusteigen.
  8. 5. – 10. März: Kontemplation und heilsame Klänge mit Klaus Nagel, Susanne Mössinger und mir am Benediktushof. Auch hierfür gibt es noch einige Plätze. Ebenfalls ein Angebot, welches mir sehr am Herzen liegt.
  9. 10. März 16.00 – 18.00 Uhr: Mitsingkonzert Duo „So viel Himmel“ am Benediktushof, Gewölbesaal

 

Ich freue mich auf dieses neue Jahr gemeinsamer Praxis und gemeinsamen Erforschens und wünsche Euch Frieden und Segen

Sven