Monatsbrief November - Dezember 2015

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Liebe Mystik- und Kontemplationsinteressierte!
Liebe Weggefährtinnen und Weggefährten!

In diesen Tagen am Ende des Kirchenjahres gedenken wir der Vergänglichkeit und des Todes. Wir gedenken am Totensonntag der Menschen, die uns in diesem Jahr verlassen haben und aus aktuellem Anlass denjenigen, die an vielen Orten dem Hass, der Verblendung und der Ideologie zum Opfer fallen. Und wir spüren den Wunsch nach Stabilität und Sicherheit, gleichwohl wissend, dass dies dem Leben, das aus Verwandlung besteht, entgegensteht. Bleiben zu wollen, die wir waren, stellt sich dem Strom des Lebens und der Lebendigkeit entgegen.

Das Leben besteht aus permanentem Wandel, der auch vor uns nicht Halt macht.

Deshalb kommt dem „Loslassen“ in Bewusstheit so große Bedeutung zu. Von Veränderung zu Veränderung gehen, ohne am Vergänglichen zu haften, bringt spirituelles Sein zur Reife. Wir üben dies beim Sitzen von Augenblick zu Augenblick, den Atem wirklich gehen zu lassen, ganz leer zu werden, um dann als Frucht des rechten Ausatems den Einatem zu empfangen, neu  zu werden.

Und die Veränderungen, in denen wir stehen, sind riesig und noch unabsehbar. Deutlich aber ist: ein „einfaches weiter so“, wird uns nicht voran bringen. Eine neue Perspektive, ein neues Bewusstsein ist gefragt, wie es sich in einem Text ausdrückt, den wir schon immer mal wieder rezitiert haben:

Das Gelübde der Menschheit

Besänftigt und gefasst
lasst uns erwachen zum wahren Selbst,

völlig Erbarmende werden,
völlig unsere Fähigkeit nutzen,
wie immer es unserer Berufung entspricht;

das Leiden erkennen
von Mensch und Gesellschaft
und die Wurzel des Leidens;

die richtige Richtung erfassen,
wohin die Geschichte gehen soll.

Wir reichen einander die Hände,
miteinander verwandt,
weit jenseits der Unterschiede
von Herkunft, Nation und Klasse.

Lasst uns voll Mitgefühl geloben,
dass wir unser tiefes Verlangen
nach Befreiung verwirklichen
und eine Welt gestalten,
in der alle leben können
in Wahrheit und Fülle.

Shin'ichi Hisamatsu 1889-1980

 

Hierin finde ich auf treffende Weise die Richtung unserer Praxis beschrieben. Mitgefühl kultivieren, an dem Ort, an dem wir sind, der Befreiung dienen, die Lebensmöglichkeit aller im Blick behalten. Und uns immer wieder dafür bereiten, durch die Fühlungnahme mit der Stille, in der Ausrichtung auf die immerwährende, hintergründig gegenwärtige Präsenz des göttlichen Seins.

So lade ich herzlich zu folgenden Praxismöglichkeiten ein:

1. Tag der Stille - Kontemplation am Tor zum Advent am Samstag, den 28. November
Letzter Kontemplationstag in diesem Jahr von 10.00 – 18.00 Uhr in der Oase Köppern. Wir wollen uns auf die Advents- und Weihnachtszeit einstimmen, indem wir der Stille lauschen.

2. Abende der Stille und Kontemplation
im neuen Raum der Stille der salus klinik, Raum B1154, jeweils donnerstags von 19.30 -21.30 Uhr. Letzter Abend der Stille in diesem Jahr wird am 17. 12. stattfinden

3. Weihnachtskurs am Benediktushof vom 20.-25.12.2015
mit Fernand Braun, Christina Wingert-Weber und mir (Willigis wird nach Möglichkeit dabei sein).

Leben ist Veränderung. Dies gilt auch für unsere Weggemeinschaft: Wie angekündigt wollen wir uns 2016 auf ein Wanderjahr begeben und mit den Kontemplationstagen 5 andere Orte ausprobieren, um uns auf den Wegfall des Raumes in Köppern mit dem Umzug der Klinik vorzubereiten. Ich bitte Euch herzlich, diesen Weg und dieses Experiment mitzugehen, auch wenn es bedeutet, Vertrautes und Bewährtes hinter uns lassen zu müssen. Ich freue mich auch auf diese Wanderschaft, weil jeder Ort eine eigene Qualität einlädt. So würde es mich freuen, wenn einige von Euch am Ende des Jahres urteilsfähig wären, um den weiteren Weg mitbestimmen zu können.

Dieses Experiment gilt gleich für den Beginn des Jahres und den ersten Kontemplationstag.

4. Erster Kontemplationstag im neuen Jahr am 23. Januar 2016 im Haus der Stille Frankfurt
von 10.00 – 18.00 Uhr im Frankfurter Diakonissenhaus, Cronstettenstr. 61, 60322 Frankfurt:

5. Erster Abend der Stille und Kontemplation im neuen Jahr am Donnerstag, den 14. Januar 2016.

Weitere Veränderungen betreffen unsere Weggemeinschaft. Durch meine Erkrankung ist die Ernennung von Christina etwas in den Hintergrund getreten. Sie hat während meiner Abwesenheit wesentlich die Angebote koordiniert und aufrecht erhalten. Nun wird sie im folgenden Jahr drei der Samstage leiten und ihre Angebote im Frankfurter Zentrum für Verkündigung werden wieder im Programm veröffentlicht.

Zwei wichtige Bitten habe ich noch: 

1. Bitte um finanzielle Unterstützung

Weiterhin benötigen wir zusätzliche Mittel für das neue Jahresprogramm und bitten deshalb zu prüfen, wer etwas beitragen kann, da die Einnahmen aus den Teilnehmerbeiträgen der Samstage in diesem Jahr geringer ausfielen und durch meine Erkrankung alle Rücklagen aufgebraucht sind. Die Zuwendung kann durch steuerabzugsfähige Spendenbescheinigung bestätigt werden, wenn sie auf das Konto des Ev. Dekanats Hochtaunus eingezahlt wird:

Evangelische Bank BLZ 52060410

                        Kontonr: 4100204

Verwendung: HHSt. 00.1410.02.2200  Weggemeinschaft und Euren Namen und Eure Anschrift für die Ausstellung der Spenden-Quittung.

Herzliche Bitte, damit wir nicht hochbelastet ins neue Jahr gehen müssen.

2. Versand Jahresprogramm

Das neue Programm soll am 10. Dezember versandt werden. Dazu braucht es Unterstützung. Wer könnte am Vormittag des 10.12. ab 9.00 Uhr mithelfen?

Die gegenwärtige Idee ist jedoch, dies mit dem Abend der Stille zu verbinden und ihm voranzustellen. Wer also könnte ab 17.00 Uhr mithelfen? Ich bitte zur Planung um Rückmeldung.

Nun freue ich mich auf weiteres gemeinsames Praktizieren und wünsche einen guten Weg in und durch den Advent und ein Fest der geweihten Nacht und Menschwerdung, das diesen Namen verdient.

Sven-Joachim Haack