Monatsbrief Januar - März 2013
Friedrichsdorf am Jahresbeginn
Askese ist Arbeit an einer Verfassung,
in der die Fülle des Seins
aufrauschen kann.
Thomas von Aquin
Liebe Weggefährtinnen und Weggefährten,
liebe an Mystik und Kontemplation Interessierte !
Zu Beginn des neuen Jahres, am Tag nach Dreikönig, grüße ich herzlich und wünsche ein erfülltes und erfüllendes, aber nicht überfülltes neues Jahr. Ich kann es nicht schöner ausdrücken, als Thomas das formuliert hat: Möge die Fülle des Seins aufrauschen!
Dazu benötigt es einer inneren Verfassung und Haltung, die dies fördert. Der Kontemplation wird ja immer mal wieder vorgeworfen, sie hätte etwas Hartes, wenig freudvolles an sich. Ja, in der Kontemplation geht es zunächst um eine Begrenzung. Aus dem unendlichen Vielerlei, welches mir mein Ich im Kopf anbietet entscheide ich mich für das Eine, für die von mir gewählte Übung und versuche dabei zu bleiben. In diesem Sinn handelt es sich um einen asketischen Weg. Diese Reduktion ist aber nicht Selbstzweck. Ganz im Gegenteil: Sie dient der Öffnung, der Bereitung, damit wir im Erleben nicht an der Oberfläche hängen bleiben und selbst oberflächlich werden müssen. Die Übung der Stille will unsere Wahrnehmungsmöglichkeit verbeitern, uns aufschließen für die Tiefendimension des Seins.
Wir alle kennen diese Momente, in denen sich etwas öffnet auf den Grund des Seins hin. Manchmal erleben wir dies als Öffnung unseres Herzens, manchmal als einen Raum der Stille hinter der Stille oder als absichtsloses da sein. Graf Dürckheim nannte dies, das Tor zum Geheimen öffnen.
Unsere Praxis der Stille und Achtsamkeit will uns bereiten für das Aufrauschen des Seins. Ich wünsche uns einzeln und gemeinsam viele solcher erfüllter Momente und freue mich auf das gemeinsame praktizierende Unterwegssein.
So lade ich zu den ersten Angeboten dieses Jahres ein:
Zunächst ein noch nicht angekündigtes Angebot:
1. Taize-Gottesdienst 11. Januar um 19.00 Uhr in der Ev. Kirche in Seulberg, Alt-Seulberg.
Mantrisches Singen, Hinführung zur Stille, Wegweisung der Mystik, Zeit zum Lauschen nach Innen und Außen.
2. Assistententreff am 16. Januar um 18.30 Uhr in der Oase
3. Erster Abend der Stille und Kontemplation am 17. Januar um 19.30, salus Raum C 186
An diesem ersten Abend werde ich vor meiner Rückzugszeit nochmals bei sein. Ich bin sehr dankbar, dass in den folgenden drei Monaten das Angebot weitergeht und danke allen Beteiligten. Dies erlebe ich als Ausdruck der Vertiefung unserer Weggemeinschaft.
4. Kontemplationstag im Januar / Tag der Weggemeinschaft am 19. Januar von 10.00 – 19.00 Uhr in der Oase im Vitos Waldkrankenhaus Köppern
Der Tag dient einerseits der Praxis des stillen Sitzens, aber auch dem Austausch und der Verabredung für das neue Jahr. Dabei wird uns unter anderem auch beschäftigen, ob wir das 10-jährige Jubiläum unserer Weggemeinschaft im Dezember in irgendeiner Weise begehen wollen. Vielleicht habt Ihr Ideen oder Einfälle. Der Tag endet wieder mit einer Mahlfeier, die in ein offenes Abendessen übergeht. Brot und Wasser und Saft wird es dafür geben. Bitte bringt doch etwas Weiteres mit.
5. Kontemplationstag im Februar: Kontemplation und Leibarbeit am 9. Februar von 10.00 – 18.00 Uhr in der Oase des Vitos Waldkrankenhauses Köppern
Neben dem Sitzen in der Stille wird Leibarbeit in der Übungsweise Rhythmus, Atem, Bewegung von Christina Wingert-Weber angeboten.
6. Beginn des dreijährigen Kontemplations-Trainings am Benediktushof am 19. Februar um 18.00 Uhr
Alle Angemeldeten, auch auf der Warteliste dürften mittlerweile ein Informationsschreiben des Benediktushofes erhalten haben. Andernfalls meldet Euch doch bitte bei mir.
Das Training ist gegenwärtig ausgebucht. Allerdings gibt es für 2014 mehr Plätze als bisher Menschen auf der Warteliste sind. Es lohnt sich also noch, sich anzumelden.
Für Menschen auf der Warteliste wird es bereits in diesem Jahr möglich sein teilzunehmen, wenn sich kurzfristig Platzkapazitäten im Haus auftun, weil nicht alle Kurse voll werden, oder jemand kurzfristig ausfällt. Wer Interesse hat, möge sich die Termine also freihalten. Insbesondere liegt mir an einer Teilnahme bei diesem Starttermin. Der Benediktushof hat mir bei der „Restplatzbörse“ für diese Woche freundliches Erwägen zugesagt. Da könnten also noch Plätze frei werden.
7. Kontemplationstag: Kontemplation am Beginn der Karwoche am 23. März in der Oase des Vitos Waldkrankenhauses Köppern von 10.00 – 18.00 Uhr
Dieser traditionelle Termin unserer Weggemeinschaft ist wieder der Einstimmung auf Begehen des Mysteriums von Sterben, Tod und Auferstehung in der Karwoche gewidmet und wird u.a. von Helgard Kündiger angeleitet.
8. Osterkurs am Benediktushof vom 26. – 31. März
Sitzen in der Stille, Begehen der Rituale der Karwoche, Osternachfeier. Leitung: Willigis Jäger, Beatrice Grimm und Sven-Joachim Haack
9. Kontemplationskurs im Haus der Stille Waldhof Elgershausen 18. – 21. April
Dieser Kurs ist sowohl geeignet als Einführung, wie auch zur Vertiefung der kontemplativen Praxis. Ich bin gespannt, ob er zustande kommen wird. Ich möchte ihn aber möglichst weiterhin trotz des Trainings halten, um insbesondere all denjenigen die Gelegenheit zu geben, die nicht am Training teilnehmen. Für Menschen, die sich unserer Weggemeinschaft annähern ist er die einmal jährliche Möglichkeit zu einer gründlichen Einführung ins Sitzen in die Stille. Für Eingeführte ist in Ausnahmefällen auch eine Teilnahme ab Freitagabend möglich.
Nach sehr ausgefüllten, ja überfüllten letzten Monaten, in denen ich vieles von dem, was ich lehre nicht tat, freue ich mich sehr auf diese vor mir liegende Auszeit. Es wird ein Jahr der Jubiläen für mich werden. Anfang März jährt sich meine Ordination zum 25. Mal. Ich werde diesen Tag in der Einsiedelei verbringen. Im Mai wird in Langenhain, mit unserem Einkehrtag und einem Gottesdienst am darauffolgenden Sonntag das 20-jährige Jubiläum des von mir gegründeten Projekts „Geistlich-spirituelles Leben wagen“ gefeiert – und dass dieses Projekt nun zehn Jahre ohne mich einen Fortbestand hatte. Ich danke Christine Lennartz und Ingrid Brandes-Scherrer ganz herzlich dafür. Und im Dezember gibt es das Zehnjährige unserer hiesigen Weggemeinschaft.
So wird dieses Jahr ein Jahr des Rückblickes und dankbaren Gedenkens, aber auch des Aufbruchs in etwas Neues darstellen. So bin ich auf die kommenden Monate sehr gespannt und freue mich auf gemeinsame Wege in diesem neuen Jahr.
In Vorfreude auf gemeinsame Wege der Stille
Sven-Joachim Haack
